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Prototyporientierte Softwareentwicklung
Der Prototyp eines Softwaresystems ist ein ausführbares Modell, welches bereits alle
wesentlichen Eigenschaften und Kernfunktionen des Zielsystems implementiert. Es
dient als Grundlage für die Kommunikation zwischen dem Kunden und dem Entwick-
ler. Die Funktionalität des Systems wird anschaulicher dargestellt, als es eine textuelle
Beschreibung oder ein statisches Modell3 vermag. Ein Prototyp kann schnell und preis-
günstig entwickelt werden und kann leicht modifiziert und erweitert werden (vgl.
[CoSh89]).
Prototyping umfasst demnach alle Tätigkeiten, die zur Entwicklung eines Prototyps
notwendig sind. Prototyping kann in verschiedenen Phasen des Softwareentwicklungs-
prozesses zum Einsatz kommen. Es muss zwischen horizontalem und vertikalem Proto-
typing unterschieden werden. Beim horizontalen Prototyping wird das gesamte Funkti-
onsspektrum der Endversion betrachtet und oberflächlich implementiert (z. B. für Vor-
führungszwecke). Beim vertikalen Prototyping werden dagegen nur einzelne Funktio-
nen des Systems ausgefüllt, diese aber möglichst vollständig (z. B. für eine Machbar-
keitsstudie einer komplexen Funktion eines Softwaresystems).
Rapid Prototyping
Um möglichst früh Entwicklungsfehler zu erkennen und möglichst kostengünstig besei-
tigen zu können, ist eine Abkehr von dem klassischen Wasserfallmodell notwendig.
Denn dieses Modell setzt das vollständige Abschließen der vorhergehenden Phase vor
den Beginn einer neuen, so dass Korrekturen schwierig und teuer werden können.
Bei dem Konzept des Rapid Prototyping ist es das Ziel, in einer möglichst frühen Ent-
wicklungsphase des Softwareproduktes ein grundsätzlich lauffähiges System zu entwi-
ckeln. Dies geschieht entweder im Kontext einer Machbarkeitsstudie oder zur Kommu-
nikationsunterstützung zwischen dem Entwickler, dem Management und dem Nutzer
des Systems. In der Regel werden diese Prototypen verworfen. Sie können aber auch im
Rahmen eines evolutionären Prototyping iterativ bis zur Entstehung des Zielsystems
weiterentwickelt werden. Speziell diese Art der Softwareentwicklung wird von dem hier
betrachteten Softwaresystem, der Versata Logic Suite, sehr gut unterstützt. Versata be-
zeichnet dieses Vorgehensmodell als Rapid Iterative Development (RID) (vgl.
[Ve00b]). Im folgenden Kapitel wird erläutert, wie der Einsatz von Geschäftsregeln das
RID unterstützt.
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Wie z. B. eine Aneinanderreihung von Screenshots ohne Funktion.
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